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SV Bergedorf-West: Alles Asche!

Der Grandplatz des SV Bergedorf-West ist sanierungsbedürftig. Die Fußballer wandern in andere Vereine ab. Der Klub hat seine 1. Herren zurückgezogen.
 
SV Bergedorf-West
Foto: Dirk Schulz
Der Platz des SV Bergedorf-West ist eine Kraterlandschaft. Der 1. Vorsitzende Waldemar Meya kniet vor einem besonders großen Loch. Die Steine, die er seiner Hand hält, liegen überall – ein enormes Verletzungsrisiko.
 
Kinderlärm durchdringt die Luft. Direkt an den Sportplatz des SV Bergedorf-West grenzt die Grundschule Friedrich-Frank-Bogen. Einige Pennäler spielen in ihrer Pause auf der Anlage am Ladenbeker Furtweg. Ringsherum liegen karge Hochhäuser in tristem Grau. Der meterhohe Zaun, der den Platz von der Straße trennt, ist an einigen Stellen kaputt. Das Holz der Fensterrahmen an der Rückseite der Umkleidekabinen rottet vor sich hin, eine Scheibe ist zerborsten, ein Flutlicht geht nicht. Und der Grand ist von unzähligen Löchern und Kuhlen übersät.
„Was machst Du hier?“, fragt eines der spielenden Mädchen den Reporter. „Willst Du etwa Fußballspielen? Dann geh’ doch zum SVNA. Hat mein Bruder auch gemacht.“ Damit hat sie das Problem der „Westler“ in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht. Dem 1971 gegründeten Verein rennen die Fußballer davon.
Die letzten Jugendteams haben den Club vor rund einem Jahr geschlossen verlassen. Die halbe Mannschaft der 1. Herren kehrte BeWe im Winter den Rücken. Der Verein hangelte sich mit Seniorenkickern durch den Spielbetrieb. Bis gestern. Nach einem 0:7 gegen die Lauenburger SV meldete das Kreisliga-Schlusslicht ab. Bleiben noch ein Damen- und das Seniorenteam. In der Blütezeit waren es einmal alleine 13 Jugendmannschaften.
„Hier wohnen immer noch viele Kinder. Aber wen willst du hierher locken?“, zuckt der 1. Vorsitzende Waldemar Meya mit den Schultern. Er muss nur wenige Schritte machen, bis er eine Handvoll Steine gesammelt hat, die halb so groß wie Tischtennisbälle sind. Der Platz ist dringend sanierungsbedürftig. Zuletzt landeten an einem Wochenende eine Spielerin des VfL Lohbrügge und Sascha Kufeke aus der 1. Herren von BeWe im Krankenhaus, weil sie in einem Loch umgeknickt waren. Ein Schiedsrichter schickte bereits einen Sonderbericht an den Hamburger Fußball-Verband, weil er es für gefährlich hielt, hier weiter Partien anzupfeifen.
Der HFV leitete die Meldung an das Bezirksamt weiter. Dort sind die Probleme unbekannt – trotz einer bereits vor einem Jahr erfolgten Platzbegehung. „Uns ist nichts Nennenswertes aufgefallen. Außer dem normalen Abziehen des Platzes haben wir nichts auf dem Zettel“, sagt Fred Osterhage vom zuständigen Sportamt und ergänzt: „Wir können auch nicht so einfach die Mittel für eine Instandsetzung aufbringen.“ Zum Vergleich: Rund 90 000 Euro kostete es in Geesthacht, zwei Grandplätze zu sanieren.
„Hilfreich wäre es, wenn die Vereine Eigenkapital einbringen oder Sponsoren haben wie in Curslack“, sagt Osterhage. Doch das ist in einem sozial schwachen Stadtteil wie Bergedorf-West nicht der Fall. Bei den Politikern hat ein neuer Kunstrasenplatz für den VfL Lohbrügge Priorität. „Danach muss an uns gedacht werden. Und eine Zwischenlösung muss her, damit der Spielbetrieb gesichert ist“, fordert BeWe-Vize Fritz Manke, der auch Sprecher der Stadtteil-Initiative Arge ist. Fragt sich nur, ob es dann noch Fußballer bei den „Westlern“ gibt.
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Bergedorf-West laufen die Fußballer weg

Bergedorf-West (he). Vor erheblichen Problemen steht der SV Bergedorf-West vor seiner morgigen Hauptversammlung.
Über den Winter ist dem kaum 300 Mitglieder zählenden Sportverein fast eine komplette Fußballmannschaft abhanden gekommen.
"Die Fußballer haben unseren Grandplatz satt, sind zu Vereinen mit Rasen- oder Kunstrasenplätzen gewechselt", bestätigt Vereinsvize Fritz Manke. Der Kampf um einen modernen Platz wird ein Thema auf der Hauptversammlung sein. Sie beginnt um 19.15 Uhr im Pavillon P5 am Friedrich-Frank-Bogen.